Tätigkeitsfelder

Die IFT-Mitglieder realisieren in Eigeninitiative zahlreiche Projekte und Maßnahmen zum Schutz der Fledermäuse. Eine Auswahl finden Sie nachfolgend. 

Quartierbetreuung

Ein zentraler Bestandteil der ehrenamtlichen Arbeit vieler IFT-Mitglieder ist die Betreuung und Pflege von Fledermausquartieren in ganz Thüringen. 

Dabei geht es um weit mehr als reine Kontrolle: Veränderungen werden dokumentiert oder bauliche Maßnahmen fledermausgerecht ermöglicht. Nicht selten entscheiden Kleinigkeiten in der Kommunikation und in der Akzeptanz den Erfolg vor Ort. 

In Winterhalbjahren werden etliche Sommerquartiere (z. B. Dachböden von Privathäusern oder Kirchen) auf ehrenamtlicher Basis vom angefallenen Fledermausguano/-kot gereinigt und somit die Gebäudeeigentümer unterstützt.

Monitoring und Rote Liste

Seit dem landesweiten Konzept von 1996 und dem Start des Programms „Spezielles Bestandsmonitoring ausgewählter Fledermausarten in Thüringen“ im Jahr 1998 werden im Auftrag des TLUBN kontinuierlich Kontrollen und Langzeiterhebungen zur Bestandsüberwachung durchgeführt. 

 

Dabei werden Fledermäuse in zahlreichen Winterquartieren beobachtet und gezählt. Im Sommerhalbjahr erfolgen Erhebungen an Wochenstubenquartieren gebäudebewohnender Arten wie Großem Mausohr und Kleiner Hufeisennase. Einige Quartiere werden mit Lichtschranken automatisch überwacht. 

 

Schwierige Winterquartiere kontrolliert der Thüringer Höhlenverein (THV) e.V..

 

Die gewonnenen Zeitreihen und statistischen Analysen (z. B. TRIM-Trend-Analysen) liefern eine einzigartige Datengrundlage zur Bewertung der Fledermausbestände in Thüringen. Sie ermöglichen die evidenzbasierte Einstufung in die Rote Liste der Fledermäuse Thüringens (Detailsbericht), die Bewertung des FFH-Erhaltungszustands und die Prioritätensetzung von Schutzmaßnahmen.

Thüringer Fledermausdatenbank

Alle Fledermausbeobachtungen werden in einer zentralen, landesweiten Datenbank erfasst, die derzeit über 13.800 Fundorte und mehr als 86.500 Beobachtungen aus über 92 % der 588 Thüringer Messtischblatt-Quadranten enthält. 

 

Der gemeinsame Datenspeicher von IFT, Stiftung FLEDERMAUS und TLUBN sammelt vor allem ehrenamtlich erhobene Daten aus faunistischen Erhebungen, Quartierbetreuung und Monitoringprojekten. 

 

Ergänzt wird er durch Daten aus Öffentlichkeitsarbeit, behördlicher und gutachterlicher Tätigkeit (z. B. FFH-Planung, Windenergie- und Artenschutzgutachten) sowie durch historische Nachweise mit ausreichenden Fundort- und Datumsangaben.

Fledermausforschung

Spezielle Erfassungsprogramme widmeten sich mit Erfolg den erst vor wenigen Jahren in Europa neu entdeckten bzw. kryptischen Fledermausarten, wie der Nymphenfledermaus und der Mückenfledermaus. 

 

Die IFT unterstützte in den vergangenen Jahren Forschungsprojekte von Doktoranden u. a. der Universität Greifswald bei Fragen der Populationsstruktur und -genetik der Kleinen Hufeisennasen (Detaillink) oder bringt sich mit ihren eigen erhobenen Bestandsdaten in die aktuell laufenden Vorhaben BATLAS und BATREND des Bundesamtes für Naturschutz ein.

Artenhilfsprogramme

Seit rund 30 Jahren setzen sich Mitglieder für das Artenhilfsprogramm Kleine Hufeisennase in Thüringen ein. In den 1990er Jahren war die Art stark gefährdet, doch dank gezielter Schutzmaßnahmen erholen sich ihre Bestände. Vereinsmitglieder betreuen über 50 Wochenstuben- und 100 Winterquartiere, führen das Monitoring durch und pflegen den Kontakt zu Eigentümern. Die Art breitet sich wieder in Thüringen aus, unterstützt durch Projekte der Stiftung FLEDERMAUS, die wichtige Winterquartiere sichern.

 

Seit 2017 engagiert sich die IFT auch für das Graue Langohr, das in Thüringen vom Aussterben bedroht ist. Ursachen wie Insektenrückgang und Quartiermangel haben die Bestände stark reduziert. Um gezielte Schutzmaßnahmen zu ermöglichen, führt die IFT Workshops und Erfassungen durch, sammelt Kotproben in Kirchen und Gebäuden und lässt diese genetisch analysieren.

IFT-Exkursionen

Besondere Höhepunkte des geselligen Beisammenseins und des fachlichen Austauschs innerhalb unserer IFT Community waren gemeinsame Exkursionen, so z. B. in die Oberpfalz zur einzigen Kolonie Großer Hufeisennnasen in Deutschland, in die Slowakei, zur Kalkberghöhle mit Fledermauszentrum Noctalis nach Bad Segeberg oder nach Berlin-Brandenburg mit Besuch der Spandauer Zitadelle, des Naturkundemuseums Berlin und dem Internationalen Fledermausmuseum Julianenhof, die viele Anregungen und neue Motivationen boten.

Öffentlichkeitsarbeit

Eine attraktive Sympathiewerbung für Fledermäuse sind so genannte Batnights, die wir gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern (wie Kirchgemeinden, Museen, Naturschutzvereine, Schulen u.a.) als lebendige Informationsbveranstaltungen - meist im Sommerhalbjahr - anbieten (siehe Termine). 

Dazu zählen auch störungsarme Live-Übetragungen von Wochenstuben (z. B. aus dem Kirchturm) mit Hilfe von Infrarot-Kameras oder "Fledermausspaziergänge" mit Bat-Detektoren z. B. am Dorfteich.

Landesfauna Fledermäuse in Thüringen

Die Erforschung der Fledermäuse in Thüringen gilt für uns als Basis erfolgreicher Schutzarbeit. So konnte im Jahr 2012 die IFT als echtes Gemeinschaftswerk die 2. Auflage des Buches „Fledermäuse in Thüringen“ veröffentlichen, welches von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie herausgegeben wurde.

 

Auf 650 Seiten bündelt die neue Landesfauna „Fledermäuse in Thüringen“ Allgemeines zu Fledermäusen, Artenübersichten sowie den Fledermausschutz in Thüringen.

 

Wenn Sie Interesse an einem gedruckten Exemplar der Landesfauna "Fledermäuse in Thüringen" haben sollten, kontaktieren Sie uns bitte. 

 

 

Projekte

Die IFT realisiert mit verschiedenen Partnern Projekte in ganz Thüringen.

 

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.